Erlebnisse

Ostern in Jerusalem: Bruder Benedikt ist in der Heiligen Stadt

Die Alexianerbrüder der Provinz Deutschland wünschen ein gesegnetes und friedvolles Osterfest. In diesen Tagen sind sie mit ihren Gedanken bei ihrem Mitbruder, Bruder Benedikt, der sich zur Zeit in Jerusalem, der "Heiligen Stadt" aufhält und von dort über seine Erlebnisse berichtet.

 

 

April 2015. "Heilige Wochen in Jerusalem. Für Bruder Benedikt erfüllte sich ein Traum. Er lebt zur Zeit in Israel im Franziskanerkloster und berichtet von seinen Erlebnissen in der Heiligen Stadt und aus Israel. 

29. März 2015. Die traditionelle Palmsonntagsprozession war der Auftakt zur Osterwoche in Jerusalem. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem rief auf zum Gebet für Frieden im Heilige Land und auf der ganzen Welt. Die Prozession startete an der Kirche von Betfage. Dort wird der Stein verehrt, von dem aus Jesus den Esel bestieg, bevor er in Jerusalem einzog. 

31. März 2015. Der Tag begann mit einer feierlichen Messe in der Flagellatio-Kirche, am „Geißelungsort“ Jesu. Direkt nebenan befindet sich der Ort des Richterstuhls von Pontius Pilatus.

 

1. April 2015. Die Prozession führte durch die Altstadt zur Getsemani-Kirche. In Getsemani zelebrierten rund 80 Gläubige und 30 Priester eine Heilige Messe in lateinischer Sprache. Danach zog die Prozession weiter in die Grabeskirche zur Geißelungssäule Jesu.

2. April 2015. Drei intensiv erlebte Stunden dauerte die Heilige Messe zum Gründonnertag am Grab Jesu. Ein Höhepunkt war die abschließende Lichterprozession um das Hl. Grab, durch die Grabeskirche und Golgota. Unvergesslich war der Moment als das Eucharistische Brot, der Leib Jesu, in einem Tabernakel auf die Grabplatte des Hl. Grabs gelegt wurde. Mit 15 Gläubigen verbrachte Bruder Benedikt in der verschlossenen Grabeskirche anschließend mehrere Stunden in stillem Gebet in der Grabkammer Jesu und auf dem Felsen Golgota. 

Am Abend des Gründonnerstag fand eine sehr bedächtige Gebetswache in der Getsemani- Kirche statt. Anschließend zogen die Gottesdienstbesucher aus vielen unterschiedlichen Ländern mit Kerzen und Gitarre singend durch die Altstadt zur St. Peter in Gallicantu - in den Bereich am Zionsberg -, wo Petrus den Hahnenschrei hörte. 

3. April 2015. Auch der Karfreitagabend war für Bruder Benedikt ein berührendes Erlebnis. Nach der Beschreitung des Kreuzwegs auf der Via Dolorosa folgte die Karfreitagsliturgie. Die Feierlichkeiten mündeten in der Kreuzabnahme Jesu. Stellvertretend wurde eine Holzskulptur Christi vom Kreuz genommen. Diese wurde auf dem Grabstein nach altem jüdischem Brauch gesalbt und mit Leinen umschlossen und anschließend in die Grabkammer gelegt. Die ganze Grabeskirche war erfüllt vom Duft des Salböls, Myrrhe und Aloe. 

4. April 2015. Die dreistündige Oster-Nachtmesse wurde vom lateinischen Patriarchen von Jerusalem gefeiert. Allerdings fand sie bereits am (Kar)Samstagmorgen statt. Diese Besonderheit liegt an den jahrhundertealten Einteilungsrichtlinien der verschiedenen christlichen Konfessionen. Auch wenn es liturgisch nicht ganz sinnvoll erscheint, so nimmt doch die Feier der Auferstehung in der Osternacht, von Jerusalem aus, ihren Zug rund um die Welt. Eine schöne Symbolik!

5. April 2015. Am Ostersonntag ging für Bruder Benedikt ein Traum in Erfüllung. Bei Sonnenaufgang durfte er als Hauptzelebrant die Heilige Messe auf Golgota zelebrieren. „Ein wahrhaft unvergesslicher Augenblick“, wie Bruder Benedikt bewegt bestätigte. Nach der Heiligen Messe wurde im christlichen Viertel der Altstadt ausgiebig und fröhlich gefeiert, begleitet von Trommelgeräuschen, Dudelsackmusik endete dieser besondere Tag. 

6. April 2015. An diesem Tag wird in der katholischen Liturgie das Evangelium der Emmausjünger verkündet. Was liegt näher, als an diesem Tag von Jerusalem aus - wie die beiden Jünger es derzeit taten - nach Emmaus zu gehen. Rund 80 Pilger, Jung und Alt, machten sich auf den rund 15 km langen Weg, mit dabei war Bruder Benedikt. Hat man Jerusalem verlassen führt der “Emmausgang” in das wunderschöne judäische Bergland, zur sogenannten West Bank. Den Checkpoint konnten alle ohne Probleme passieren.  

Bruder Benedikt ist Gast bei den Franziskanern in Israel

Die Gastfreundschaft der Franziskaner und das Kennenlernen so vieler Christen aus dem deutschsprachigen Raum sowie aus anderen Ordensgemeinschaften, ist überwältigend. Man spürt direkt, dass man in der Kirche nicht allein ist – „Wer glaubt, ist nie allein“, so sagte es einmal unser emeritierter Papst Benedikt XVI. Wie wahr!

Bruder Benedikt ist Gast im Kloster der Franziskaner, wo auch Brüder aus Deutschland und Österreich leben.